Samstag, 22.07.2017  |

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Apotheken im Märkischen Kreis: Zuzahlungsquittungen und grüne Rezepte bei Steuererklärung berücksichtigen

Steuern sparen mit Ausgaben für Arzneimittel

Märkischer Kreis. Gesundheitskosten können Steuerersparnis bewirken. Dazu gehören auch Ausgaben für Arzneimittel. In der Steuererklärung können sie im Einzelfall als „außergewöhnliche Belastungen“ geltend gemacht werden, um das Steuereinkommen zu reduzieren. In Betracht kommen sowohl die gesetzlichen Zuzahlungen in Höhe von 5 bis 10 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament als auch die Kosten für die rezeptfreie Selbstmedikation wie Magen- oder Erkältungsmittel. Anerkannt werden die Gesundheitskosten vom Finanzamt im Einzelfall allerdings erst, wenn eine bestimmte Belastungsgrenze überschritten ist. Sie hängt ab von Einkommen, Familienstand und Kinderzahl. Darauf weist die Bezirksgruppe Märkischer Kreis-Nord des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe alle Steuerzahler hin, die ihre Einkommensteuererklärung für 2016 vorbereiten.

„Jeder Patient, der seine Steuererklärung macht, sollte prüfen, ob es sich für ihn lohnt, notwendige Gesundheitsausgaben geltend zu machen, um Steuern zu sparen“, sagt Vorsitzender Dr. Till Ossenkop. „Viele örtliche Apotheken unterstützen ihre Kunden dabei, den Nachweis über die Ausgaben für Arzneimittel zu erbringen. Wer seine Quittungen und Belege im Laufe des Jahres 2016 nicht vollständig gesammelt hat, kann in vielen Fällen die Hilfe seiner Stammapotheke in Anspruch nehmen.“ Service etwa über eine Kundenkarte, Inhalt und Form der Bescheinigungen können von Apotheke zu Apotheke variieren.

Damit das Finanzamt im jeweiligen Einzelfall die Arzneimittelausgaben als „Außergewöhnliche Belastungen“ gemäß § 33 Einkommensteuergesetz anerkennt, muss neben dem Zahlungsbeleg aus der Apotheke auch der Nachweis einer medizinischen Notwendigkeit erbracht werden. Bei den gesetzlichen Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente ist ein ärztlich ausgestelltes rosa Rezept bereits Voraussetzung für die Arzneimittelabgabe. In der Selbstmedikation kann derweil die medizinische Notwendigkeit etwa durch ein grünes Rezept nachgewiesen werden, auf dem der Arzt ein nicht von der Krankenkasse übernommenes Arzneimittel empfehlen kann. Auch hier entscheidet das Finanzamt jeweils im Einzelfall.


 

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