Donnerstag, 19.10.2017  |

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In Menden leben 318 Asylbewerber

Kreisweit sind es 2565 Asylbewerber

Die vollen Aktenschränke beweisen: In der Ausländerbehörde gibt es zurzeit reichlich Arbeit. Foto: Hendrik Klein | Märkischer Kreis

Menden | Kreis. Die Anzahl der Abschiebungen steigt auch im Märkischen Kreis. Zum Stichtag 1. Juli wurden bereits 134 Rückreisepflichtige in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Insgesamt leben zurzeit 2.565 Asylbewerber in den 15 Städten und Gemeinden des Kreises.

Der große Ansturm von Flüchtlingen und Asylbewerbern, wie er Ende 2015 einsetzte, ist es nicht mehr. Über Mangel an Beschäftigung können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ausländerbehörde des Märkischen Kreises aber nicht beschweren. Ganz im Gegenteil. „Wir haben rund 27.000 sogenannter Besuchskontakte pro Jahr“, so Achim Schirmer, Fachdienstleiter der Ausländerbehörde. 40 Kolleginnen und Kollegen müssen das zuletzt größer gewordene Arbeitspensum erledigen. Schirmer: „Zehn Planstellen sind immer noch nicht besetzt. Das Problem haben aber auch andere Ausländerbehörden.“ Zuständig ist der Kreis für 14 der 15 kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Iserlohn verfügt über eine eigene Behörde.

2.330 Asylbewerber zählt die Statistik des Kreises zum Stichtag 01. August 17 . Zählt man die 557 aus Iserlohn hinzu, leben an Lenne, Hönne und Volme zurzeit 2.565 Asylbewerber. „Ende 2015 waren es in der Spitze der Flüchtlingswelle fast 5.000, die gekommen sind“, erinnert sich Achim Schirmer. Demnach wurden rein statistisch gut die Hälfte von ihnen als Flüchtlinge anerkannt oder genießen einen speziellen Schutzstatus.

Und so verteilen sich die Asylbewerber auf die einzelnen kreisangehörigen Städte und Gemeinden: Balve 101, Hemer 41, Menden 318, Altena 97, Halver 152, Herscheid 62, Kierspe 157, Meinerzhagen 212, Nachrodt-Wiblingwerde 31, Neuenrade 92, Plettenberg 192, Schalksmühle 83, Werdohl 160 und Lüdenscheid 632. „Von diesen 2.330 sind aktuell 322 im Grunde nach ausreisepflichtig“, so der Leiter der Ausländerbehörde. Eine Konsequenz ist die gestiegene Zahl an Abschiebungen. 185 Personen waren es im Jahr 2016 insgesamt. Zum Stichtag 1. Juli dieses Jahres wurden bereits 134 Rückreisepflichtige abgeschoben.

Einen Ermessensspielraum, wie mancherorts behauptet, hat die Ausländerbehörde bei Abschiebungen nicht. „Die Entscheidung trifft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Diese Entscheidung wird uns sowie den Betroffenen mitgeteilt und eine Frist zur Ausreise gestellt. Dass jemand „vollziehbar ausreisepflichtig ist“, wird ihm auch in einem sogenannten Checklisten-Gespräch in der Ausländerbehörde noch einmal persönlich deutlich gemacht. „Anschließend erhält er dazu noch ein Merkblatt in der jeweiligen Landessprache, damit jeder die Tragweite auch versteht“, erklärt Achim Schirmer. Nach diesem Gespräch hat jeder Betroffene die Gelegenheit, innerhalb einer individuellen aber angemessenen Frist auszureisen. Bei 142 Personen hat es in diesem Jahr dazu geführt, dass sie freiwillig in ihr Herkunftsland zurückgekehrt sind.

„Menschen abzuschieben, das macht niemand gerne“, spricht Schirmer auch im Namen seiner damit betrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dass sie sich zunehmend bedroht fühlen, verbal und auch körperlich angegriffen werden, geht aus seiner Sicht natürlich nicht. Wann genau die jeweilige Rückführung erfolgt, ist abhängig von den Terminen der zentralen Fluganmeldung der dafür zuständigen Zentralen Ausländerbehörde Bielefeld.


 

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