Dienstag, 12.12.2017  |

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Stadtwerke Menden und Fröndenberg gründen gemeinsame Gesellschaft für Netzdienste

Früher beherbergte der Anbau die Pumpstation der Stadtwerke Menden, im Gebäude es Fröndenberger Wasserkraftwerkes an der Ruhr. Zukünftig wird der Raum als Netzleitzentrale der beiden Stadtwerke genutzt werden. (v.l.n.r.): Herbert Ziegenbein (Stadtwerke Fröndenberg), Martin Wächter (Bürgermeister Menden), Jochen Mertin (Stadtwerke Menden), Gerhard Greczka (Stadtwerke Fröndenberg), Matthias Lürbke (Mitglied Geschäftsleitung Stadtwerke Menden und zukünftiger Geschäftsführer der NetzService Ruhr GmbH), Bernd Heitmann (Stadtwerke Fröndenberg) , Volker Kretschmer (Stadtwerke Fröndenberg und zukünftiger Geschäftsführer der NetzService Ruhr GmbH) und Bernd Reichelt (Stadtwerke Menden). Foto: NetzService Ruhr GmbH

Menden. Die Stadträte von Fröndenberg und Menden sind den Empfehlungen ihrer jeweiligen Stadtwerke nachgekommen und haben der Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft zugestimmt: Zukünftig wird die NetzService Ruhr GmbH den Netzleitstellen-Betrieb für beide Stadtwerke leisten. Dafür wird eine neue Netzleitstelle installiert. Als Standort wählten die Gesellschafter den bereits bestehenden Anbau (Pumpwerk Ruhrtal) am ‚Möller-Kraftwerk‘, Fröndenbergerstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft des gemeinsamen Wasserwerkes WFM Ruhrtal. Beide Stadtwerke werden sich mit jeweils 50% an der Gesellschaft beteiligen. Die Baumaßnahmen für die neue Netzleitzentrale beginnen Anfang 2018 und dauern voraussichtlich 10 Monate.

„Unsere Zusammenarbeit auf Augenhöhe bewährt sich bereits seit vielen Jahren“, erläutern die beiden Geschäftsführer der Stadtwerke, Bernd Heitmann (Stadtwerke Fröndenberg) und Bernd Reichelt (Stadtwerke Menden), „daher war es naheliegend, auch für den Betrieb einer neuen Netzleitstelle nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen“. In der gemeinsamen Gesellschaft soll der bisher von beiden Stadtwerken separat durchgeführte Betrieb einer Netzleitzentrale für die Energie-, Wasser- und Telekommunikationsnetze zusammengefasst werden. Überwacht, gesteuert und geschaltet werden neben den Anlagen der Verteilnetze auch alle nennenswerten Erzeugungsanlagen.

Bedarf an Netzdienstleistungen wächst auch aufgrund der Energiewende

Die vorhandenen Netzleittechniken beider Häuser sind in die Jahre gekommen und bedürfen der Erneuerung. Für die wachsenden Anforderungen an Netzleitaufgaben sind sie auch nur noch bedingt geeignet. „Wir sind in der Verantwortung, zukünftig unsere Netze nicht nur zu überwachen, sondern auch eine weitergehende Steuerung vornehmen zu können“, erläutert Volker Kretschmer, Technischer Leiter der Stadtwerke Fröndenberg und einer der beiden künftigen Geschäftsführer der NetzService Ruhr. Sein Geschäftsführer-Kollege aus der Mendener Muttergesellschaft, Matthias Lürbke, beschreibt: „Bis zu 90% der regenerativen Energie werden bereits direkt in die Verteilnetze eingespeist. Dadurch steigen die Spannungsschwankungen in unseren Netzen erheblich, hier müssen wir zukünftig flexibler handeln können.“

Doch auch der Gesetzgeber stellt die Verteilnetzbetreiber vor neue Herausforderungen, denn sie müssen seit einiger Zeit von ihren vorgelagerten Netzbetreibern angeforderte Abschaltungen binnen weniger Minuten umsetzen, um die Stabilität des Übertragungsnetzes zu unterstützen. „Solche Anforderungen können wir nur durch hochmoderne und permanent besetzte Leitzentralen erfüllen“, erklärt Kretschmer.

Synergieeffekte durch gemeinsamen Technik- und Personaleinsatz

Permanente Erreichbarkeit eines Versorgungsunternehmens muss immer gewährleistet sein, um z. B. Kundenmeldungen über Stromausfall, Wasserrohrbrüche oder auch ‚Gasgeruch‘ entgegen zu nehmen und die entsprechenden Bereitschaftsdienste alarmieren zu können. Die Stadtwerke Fröndenberg verfügen derzeit bereits über eine rund um die Uhr-Besetzung am ‚Möller-Kraftwerk‘, weil dies nicht vollautomatisch betrieben werden kann. Daher ist der Standort ideal, um dort die neue, gemeinsame Netzleitzentrale zu installieren. Die Stadtwerke Menden betreiben ihre Netzleitstelle und ihren Bereitschaftsdienst bisher in ihren Räumlichkeiten ‚Am Papenbusch‘ während der Geschäftszeiten, sowie im Datenfernmanagement außerhalb der Geschäftszeiten. „Eine Kostenteilung für den Aufbau und den Betrieb der neuen Netzleitzentrale bringt Synergieeffekte für alle Beteiligten“, argumentiert Lürbke. Zumal die neue Gesellschaft nicht über eigenes Personal verfügen wird, sondern auf der Grundlage von Betriebsführungsvereinbarungen mit den Gesellschaftern seine Aufgaben erfüllen wird.

Weitere Leistungen – auch für Dritte – in Planung

Darüber hinaus soll die NetzService Ruhr zukünftig weitere Aufgaben für den Betrieb von Versorgungs- und Kommunikationsnetzen der beiden Stadtwerke übernehmen können. Dies könnten beispielsweise Aufgaben im Bereich des Messwesens sein. Neue intelligente Zähler erfordern das Management komplexer Prozesse – hier besteht dringender Investitionsbedarf in Technik und Know-how. „Wir werden die Dienstleistungen unserer neuen Gesellschaft daher auch Dritten anbieten“, kündigen abschließend die Geschäftsführer der NetzService Ruhr an. Bedarf im kommunalen Umfeld und bei benachbarten Stadtwerken ist durchaus erkennbar.


 

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